Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Rezension’

Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem locker-flockigen Krimi von letzten Monat ist das Buch für den Februar ein inhaltlich wie sprachlich anspruchsvoller Roman, in dem sich durchaus universell gültige Aspekte von Separatismus, Nationalismus und Terrorismus erkennen lassen, die uns auch jetzt in Europa und der ganzen Welt beschäftigen.

Aramburu, Fernando

Patria : Roman. – Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2018

Ein Dorf in Nordspanien, eine gespaltene Gesellschaft und ein mit Waffen ausgetragener Konflikt, der zwei Familien ins Unglück stürzt – Fernando Aramburu beschwört mit seinem Roman „Patria“ die Zeit, in der Spaniens Volk durch den Terror der ETA zur Durchsetzung eines politisch autonomen Baskenlandes tiefe Wunden erlitt. Die Sehnsucht nach Vergebung ist die treibende Kraft der Witwe Bittori, die dem Mörder ihres Mannes ein Schuldbekenntnis entlocken will.

Der in Deutschland lebende Autor Aramburu entwickelt das Bild einer vom Terror gezeichneten Gesellschaft anhand der beiden Familien vor und nach der Tat.

Ein Bestseller in Spanien, monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, ein epochemachender Roman über Schuld und Vergebung, Freundschaft und Liebe, der zeigt, wie Terrorismus den inneren Kern einer Gemeinschaft angreift und wie lange es dauert, bis die Menschen wieder zueinander finden – demnächst auch in der Stadtbibliothek Euskirchen, wo Sie auch Sachbücher zu jedem aktuellen und vergangenen sozialen und historischen Problem finden!

Viele Grüße

Ursula Hensel

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

„Sieben Minuten nach Mitternacht“… willkommen im Tal der Tränen.

Aber auch im Tal der Faszination.

Als mir das Buch in unserer Bibliothek in die Hände fiel war ich sofort gebannt. Das Buch wurde illustriert von Jim Kay. Seine Bilder kennt bestimmt jeder von den Harry Potter-Büchern. Auch in dem Buch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ sind die Illustrationen liebevoll aber düster.

Kommen wir zum Inhalt:

Sieben Minuten nach Mitternacht. Conor O’Malley war wach, als das Monster zu ihm kam. Wie in beinahe jeder Nacht hatte er wieder diesen Alptraum. Vom Hügel herab steigt eine monströse Eibe zu seinem Haus. Gewaltig und kolossal.

Conor lebt in einer Wolke aus Schmerz. Er fühlt sich unsichtbar. Seine Mutter ist unheilbar an Krebs erkrankt. Er schwankt zwischen falscher Hoffnung und Trauer. Nur das Monster kann ihm in dieser Zeit halt geben.

Das Monster erzählt Conor drei Geschichten. Die vierte Geschichte muss Conor selbst erzählen.

Mein Fazit:

Ich habe geheult wie ein Schlosshund, beim Buch und beim Film.

Herzschmerz: Der arme, arme, arme Junge mit seiner kranken Mutter. Der Autor des Buches Patrick Ness erzählt Conors Geschichte so einfühlsam und mitreißend. Ich hatte die 213 Seiten des Buches innerhalb kürzester Zeit gelesen. Das Monster ist bei näherem Hinsehen gar nicht so monströs. Es ist viel eher Conors Begleiter.

Der Film (USK 12) ist mit der Starbesetzung von Sigourney Weaver und Liam Neeson (als Monster) definitiv gut gelungen. Leider fehlten mir im Film die Einblicke in Conors Gefühls- und Gedankenwelt.

Logisch, das filmisch darzustellen ist schwieriger.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass mal wieder Storyelemente weggelassen wurden. Zum Beispiel hat Conor im Buch eine Schulfreundin: Lillian. Im Film ist Lillian aber quasi nicht existent. Außerdem enden Film und Buch auf unterschiedliche Weise.

Film und Buch gehen unter die Haut.

Ich empfehle euch: Erst der Film, dann das Buch. Dann seid ihr von beiden begeistert und erlebt die fehlenden Filmsequenzen als Ergänzung.

Hätte ich die Wahl zwischen Film und Buch, würde ich eindeutig das Buch nehmen. Es ist berührend und emotional. Ein wahrer Heartbreaker.

Natürlich könnt ihr beides bei uns entleihen!

Viele Grüße

Annika Freitag

 

 

 

 

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

Knallrotes Buch, merkwürdiger Titel – Bestseller aus Frankreich!

Achtung, dies wird ein kurzer Beitrag.

 

Im Titel steckt schon drin was die Geschichte ausmacht. Aber der Reihe nach von hinten: Badezimmer – alltäglich, kennt jeder, hat jeder, unspektakulär. Steht im besten Fall für Sauberkeit, Ordnung, Anstand. Teufel – alles andere als alltäglich, leibhaftige Begegnungen eher selten, steht ebenfalls im besten Fall für das Böse, das Anarchistische, das Sündhafte.

Voilà die beiden Gegenpole der Geschichte: Normalität und Exzentrik. Dabei kommt ein durchaus ernstes Thema fesselnd, frisch und locker geschrieben daher. Literarisch auf hohem Niveau, zugleich sprachlich witzig, grotesk, unverblümt, zuweilen sogar derb (An dieser Stelle ein Gruß an Hector).

Wie gesagt: Kurzer Beitrag. Genau. Warum? Besser einfach anfangen zu lesen, sich überraschen und mitziehen lassen, den Atem anhalten, den Kopf schütteln, mitfiebern und schmunzeln. Eine Zeitlang mittendrin sein im Leben der „blanken Sophie“.

Allez! Courage!

Es grüßt

Petra Goerge, Museumspädagogin

 

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

zuerst wünschen wir Euch allen ein frohes Neues Jahr. Zum Jahresanfang keine ernsthafte Literatur, sondern herrlich überdrehter Nonsens zum Entspannen!

Evanovich, Janet:

Jetzt ist Kuss! : ein Stephanie-Plum-Roman. – 1. Auflage. – München : Goldmann, [2017]. – 317 Seiten. – (Goldmann : Lesen erleben)

# Krimi

Kopfgeldjägerin Stephanie Plum infiltriert, unterstützt von dem unwiderstehlichen Sicherheitsexperten Ranger, eine Eiscremefabrik. Jemand hat dort einen Mitarbeiter eiskalt um die Ecke gebracht und dann in einem Kühllaster zwischen Massen von Eiscreme entsorgt. Stephanie Plums 23. Fall.

Da sie ständig pleite ist, jagt Stephanie Plum als Kopfgeldjägerin in der tristen Kleinstadt Trenton, New Jersey, ihren skurrilen Klienten nach – nicht sehr erfolgreich, da die liebenswerte Chaotin nicht mit Waffen umgehen kann, viel zu nett für ihren Job ist, und in jedem Band mindestens einmal ihr Auto in die Luft fliegt. Unterstützt wird sie von der üppigen Lula, der schrulligen Grandma Mazur und ihrer übrigen Familie, dem Hamster Rex in der Suppendose und manchmal von den beiden Männern in ihrem Leben, dem Cop Morelli und dem geheimnisvollen Ranger. Eine wichtige Rolle spielen auch Unmengen von Fast Food, und wenn auch erst alles schief läuft, gibt es doch immer ein happy end.

Die Stadtbibliothek hat die meisten Bände der weltweit erfolgreichen Reihe, auch in Englisch oder als Hörbuch.

Nicht ernst nehmen, Füße hoch legen und amüsieren!

Ihre Ursula Hensel

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

„So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank.

 

Eine schier unglaubliche Geschichte!

Sie handelt von Vater, Mutter und drei Kindern. Familienleben in Kaiserslautern im Jahr 1984. Soweit so normal. Damit hat sich das Normale. Denn: Der Vater ist ein Hochstapler und dreht krumme Geschäfte. Als es für ihn in Kaiserslautern zu heiß wird, packt er seine Frau und seine Kinder kurzerhand ins Auto und flüchtet. Bei Nacht und Nebel Richtung Südeuropa. Ab da sind sie eine Familie am Rande des Abgrunds. Der Alltag unstet und unberechenbar, zwischen Überfluss und bitterer Armut, vollmundigen und leeren Versprechungen. Immer auf der Flucht vor der Polizei oder der Angst vor der Entdeckung. Hohles Glück! Und mittendrin die drei Kinder, dem größenwahnsinnigen Vater und der kindlichen Mutter ausgeliefert und gleichzeitig ausschließlich sich selbst überlassen.

Der älteste Sohn Arno, zum Zeitpunkt der Geschehnisse dreizehn Jahre alt, erzählt die Geschichte dieser unglaublichen, etwa ein Jahr dauernden Odyssee. Lakonisch und frei von der Seele weg, humorvoll und niemals larmoyant. Das hat schon was von einem Road Trip à la Tschick und Maik Klingenberg, freilich unter ganz anderen Umständen.

Eine packende Geschichte die ans Herz geht, und wie! Und auch noch wahr ist. Es ist unglaublich. Wie mag es ausgehen? Werden die Kinder gerettet?

Pageturner! Lesen!

Empfiehlt sehr

Petra Goerge

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

hier kommt das letzte Buch des Monats in diesem Jahr.

Kehlmann, Daniel:

Tyll / Daniel Kehlmann. – 2. Auflage. – Reinbek : Rowohlt, 2017. – 473 S.

ISBN 978-3-498-03567-9

# Historisches

SW:        Dreißigjähriger Krieg;    Religionskrieg

„Tyll“, der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann – er veröffentlichte u.a. „Die Vermessung der Welt“, „Ruhm“, „F“ und „Du hättest gehen sollen“ – ist die Neuerfindung der mythischen Till-Eulenspiegel-Figur: ein großer Roman über eine aus den Fugen geratene Welt, über die Verwüstungen durch den Krieg und die Macht der Kunst. Ein Meisterwerk der Sprache, der Bilder und der Phantasie. Tyll Ulenspiegel – Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

Die Stadtbibliothek hat Kehlmanns neuen Roman zweimal im Bestand, und auch die vorherigen Werke stehen unseren Lesern zur Verfügung!

Viele Spaß beim Lesen!

Ursula Hensel

 

 

 

Read Full Post »

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Buch diesen Monats führt uns an einen unerwartet exotischen Ort: Nordkorea!

 

Echenoz, Jean:

Unsere Frau in Pjöngjang. – München : Hanser Berlin, [2017]. – 284 Seiten

# Spionage

SW:        Asien

Als Constance vom französischen Geheimdienst entführt wird, kann sie nicht ahnen, dass sie Spionin in Pjöngjang werden soll. Durch ihren Einsatz soll das nordkoreanische Regime destabilisiert werden. Tatsächlich dauert es aber eine Weile, bis Constance nach Pjöngjang kommt. Unvorhergesehenes verkompliziert die Mission. Constance nimmt ihre Entführung derweil entspannt auf, während die Entführer ihrem Charme verfallen und ihr Ehemann auf Lösegeldforderungen einfach nicht reagiert. Auch in Pjöngjang erfüllt Constance alle Erwartungen, ist sie doch in Nordkoreas Elite ein Star, seit sie ein Lied in einer koreanischen Version gesungen hat. „Unsere Frau in Pjöngjang“ ist eine Parodie auf Agentenroman und Spionagethriller und unterhält den Leser mit Situationskomik und Lust an der Sprache. Jean Echenoz zeigt sich auf der Höhe seiner Kunst. Ein allwissender Erzähler führt durch das Geschehen und kommentiert die Vorkommnisse mit einem Augenzwinkern. Mit dem deutschen Titel trifft Hanser den Nerv der Zeit. Unterhaltsam und empfehlenswert.

Auch dieses Buch befindet sich selbstverständlich im Bestand der Stadtbibliothek Euskirchen!

Viele Grüße

Ihre Ursula Hensel

Read Full Post »

Older Posts »